
Wer steckt hinter WoMo-Nomad?
Hallo, wir sind Uschi & Alfred, das Team hinter dem WoMo-Nomad-Travel-Blog – wo wir unsere Reise- und Campinggeschichten erzählen – ehrlich, persönlich und manchmal auch einfach zum Schmunzeln.
voraussichtliche Lesedauer: 8 Minuten
Wir sind kein junges Digital-Nomaden-Pärchen, dass alles hingeworfen hat und jetzt von einem Palmenstrand zum nächsten zieht. Wir sind zwei Senioren 60+, die mit ihrem Wohnmobil durch Europa reisen und dabei keine Hochglanz-Kulisse verkaufen, sondern echte Erlebnisse teilen.
Wir haben ein festes Zuhause, zwei erwachsenen Töchtern, einem Haufen sozialer Verpflichtungen und einem Ehrenamt, das uns am Herzen liegt. Unsere sozialen Kontakte sowohl zu unserer Familie, als auch zu unserem engeren Umfeld wollen wir auch nicht aufgeben.
Wir finden es allerdings eintönig, nur Zuhause zu sitzen und die ferne Welt lediglich durch den Fernseher zu erkunden oder über die Yellow-Press-Lektüre im Wartezimmer beim Hausarzt.
Deshalb haben wir unsere Reiselust noch weiter entfacht und uns ein Wohnmobil zugelegt. Nicht um zu fliehen. Sondern um die Freiheit zu genießen, die der Ruhestand uns endlich erlaubt: einfach losfahren, wenn wir Lust haben. Ohne Urlaubsantrag, ohne festen Rückflug.
Für wen ist dieser Blog?
Kurz gesagt: für dich – wenn du dich nicht zum alten Eisen zählst.
Ehrlich – du darfst uns gerne Wohnmobil-Rentner, Silver Ager, Active Senior oder Wohnmobilisten 60+ nennen. Aber, – da bin ich ein wenig eigen – vermeide bitte so etwas wie: Senior, Rentenbezieher, Pensionär oder Ruheständler, auch wenn das die amtliche Bezeichnung unseres Lebensabschnitts ist.
Auch wenn es witzig klingen mag, aber zu diesem Typus Senioren – „Krampfader-Geschwader, Arthose-Allstars, Botox-Bombers, Turbo-Schnecken, Bingo-Bandenmitglied oder – noch netter – Oldie-Goldie“ – gehören wir nicht. So fühlen und so denken wir nicht!
Ja, wir fahren auch keine „Senioren-Kutsche“, denken manchmal, – aber nur manchmal, – über ein „Automatik-Reisemobil“ nach, verwerfen diese Idee aber sehr schnell wieder. Wir fahren ein „Wohnmobil für Reisende ab 60plus“ oder ein „Reisemobil Ruhestand“ und genießen damit unsere Freiheit auf vier Rädern.
Niemand von uns will in unserem aktiven Alter zum alten Eisen zählen. Wir wollen kein Seniorenhandy. Wir wollen keinen Zuschuss zum Treppenlift. Wir wollen keinen Seniorenteller. Wir wollen Austern direkt vom bretonischen Fischer. Wir wollen die Sachertorte direkt im Hotel Sacher in Wien genießen. Wir wollen die Paella aus dem Restaurant „La Boqueria“ in Barcelona. Wir wollen alles genießen – aber wir brauchen keine Werbung für Großdruck-Bücher, Inkontinenz-Höschen oder Rollatoren.
Wenn wir damit deinen Nerv getroffen haben – herzlich willkommen. Dann bist du hier genau richtig.
Was ist bei uns anders als bei jüngeren Wohnmobilisten?
Das Erste, was uns aufgefallen ist: Wir Rentner mit Wohnmobil hetzen nicht. Mit 35 Jahren wollten wir -urlaubsbedingt – möglichst viele Länder in möglichst kurzer Zeit abhaken. Jetzt nicht mehr.
Wenn uns ein Stellplatz gefällt, bleiben wir eben drei Tage länger. Wenn das Wetter schlecht ist, lesen wir ein Buch oder fahren einfach weiter. Kein Plan, dem wir sklavisch folgen müssen. So bereisen wir Hessen – unsere Heimat, – ganz Deutschland und Europa. Aber es gibt auch echte Unterschiede zu unseren früheren Reisen, die wir etwas unterschätzt haben:
Der Komfort spielt plötzlich eine andere Rolle
Ein gutes Bett, eine vernünftige Dusche, ausreichend Stauraum – das sind keine Luxuswünsche, sondern schlicht notwendig, wenn man länger unterwegs ist.
Wir haben früher auf der Ladefläche eines VW Passats geschlagen, auf einer dünnen Isomatte in einem Schlafsack. Das war uns genug und fanden das abenteuerlich schön. Heute finden wir das nach zwei Nächten schlicht schmerzhaft.
Die Planung ist entspannter – aber nicht weniger wichtig
Wir fahren zwar spontaner als früher im Pauschalurlaub, haben aber auch im Blick, ob der Camping- oder Stellplatz eine gute Bewertung hat.
Und da ist noch ein anderer wichtiger Aspekt bei unserer Planung: Ich hatte vor zwei Jahren einen Herzinfarkt erlitten, den ich ganz gut überstanden habe; jedenfalls komme ich ganz gut zurecht. Aber die mögliche medizinische Notfallversorgung ist Teil der Planung geworden. Das klingt vielleicht spießig – ist aber einfach vernünftig.
Wir Rentner brauchen mehr Pausen
Lange Fahr-Etappen von mehr als 500 Kilometern am Stück machen wir – soweit es nicht notwendig ist – nicht mehr. Drei Stunden fahren, dann eine Pause, Kaffee, frische Luft – das ist unser Rhythmus. Und der tut uns gut.
Kennst Du die 3-3-3-Camping-Regel?
Die 3-3-3-Regel beim Camping ist eine Faustformel für entspanntes und stressfreies Reisen mit dem Wohnmobil. Sie soll verhindern, dass die Wohnmobiltour in Stress ausartet, weil man zuviel Zeit hinter dem Steuer verbringt. Die Regel besagt folgendes:
- Nicht mehr als 300 km am Tag fahren, (das sind 3 – 5 Stunden Fahrt)
- weil du
- entspannt fahren kannst
- genug Zeit für eine Pause hast
- ohne Stress ankommen und nicht erschöpft bist
- genug Flexibilität für Staus und kurze Pausen hast
- weil du
- Bis 3.00 Uhr am Stellplatz ankommen
- weil du
- hast noch Tageslicht für das Parken und die Anschlüsse
- das Campingplatzbüro geöffnet vorfindest, wenn du Hilfe brauchst
- Zeit hast, dich vor dem Abend einzurichten
- i. d. R. einen schöneren Platz bekommst, bevor die anderen Camper kommen
- weil du
- Mindestens 3 Nächte an einem Ort bleiben
- weil du
- die Umgebung wirklich erleben kannst
- die Atmosphäre auf dem Stellplatz und am Ort genießen kannst
- Öffnungszeiten sind i. d. R. besser nutzbar, falls mal eine Sehenswürdigkeit geschlossen ist.
- entspannen kannst. Häufiges Auf-/Abbauen kann ganz schön stressen.
- Vorräte in Ruhe und mit Überlegung aufstocken kannst
- weil du
Wohnmobil-Life sollte doch Entschleunigung sein. Wir sehen, dass viele Camper, – oft natürlich die jüngeren, – die während ihres wohlverdienten Urlaubs „on the Road“ sind, aber zu schnell reisen. Sie hetzen von Ort zu Ort – wie wir das früher auch getan haben. Man will ja was sehen.
Die 3-3-3-Regel ist eine Faustregel, die natürlich von dir angepasst werden kann. Manche Wohnmobilisten bevorzugen einen langsameren Rhythmus, während andere auch längere Strecken wählen. Es geht nicht darum, sich perfekt an die Zahlen zu halten – es geht darum, sein Tempo zu finden, mit dem du dich wohlfühlst und das die Reise mit dem Wohnmobil angenehm ist.
Wir Rentner mit Wohnmobil müssen ja nicht, wie früher am Urlaubsziel ankommen. Die Wohnmobiltour selbst ist das Ziel und das in einem langsamen Tempo.
Unser Fazit – Wohnmobil ab 60+: Ja oder Nein
Unsere ehrliche Antwort lautet ganz klar: Ja – aber mit dem richtigen Erwartungsbild.
Wohnmobil-Reisen ab 60 ist kein Abenteuer für Unerschrockene und kein Lifestyle für Aussteiger. Es ist eine wunderbare Art, den Ruhestand zu genießen – mit Freiheit, Flexibilität und überraschend viel Gemeinschaft unterwegs.
Wohnmobil-Reisen ab 60 ist für uns Entschleunigung. Wir hetzen nicht, wie früher, von Ort zu Ort. Wir sind nicht an einen 30-Tage Urlaub gebunden. Wohnmobilurlaub ist auch mit unseren „alten Knochen“ wunderbar möglich, solange die Betten komfortabel und der Einstieg unkompliziert ist.
Es sind für Wohnmobil-Rentner zusätzliche vorausschauende Planung notwendig, um eine sichere medizinische Versorgung zu gewährleisten. (Dazu später mehr)
Gleichzeitig bedeutet Wohnmobil-Life nicht, dass man sein bisheriges Leben aufgibt. Familie bleibt Familie. Freunde bleiben Freunde. Das Ehrenamt läuft weiter.
Das Wohnmobil ist bei uns kein Ersatz für etwas. Es ist ein Zusatz. Und das ist der Unterschied, den wir jedem mitgeben möchten, der gerade überlegt, ob dieser Schritt auch für ihn passt.
Auf unserem Wohnmobil-Blog findest du WoMo-Reiseberichte, in denen wir dir unsere Erfahrung aus mehreren Jahren „unterwegs“ weitergeben. Die Reiseberichte erstrecken sich über mehrere Länder wie Deutschland, Frankreich, Österreich, Ungarn und alle Länder die wir noch mit dem Wohnmobil bereisen werden.
Hin und wieder sind wir auch per Flugzeug, per Bahn und mit dem PKW solo unterwegs. Auch dazu haben wir einige Reiseberichte verfasst.
Außerdem gibt es auf unserem Wohnmobil-Blog einige nützliche Tipps & Tricks, sowie Ratgeber zu den verschiedensten Wohnmobil-Themen. Darüberhinaus erfährst du allgemeine Informationen zu Wohnmobil-Stellplätzen und wir geben zu diesen Stellplätzen eine persönliche Bewertung ab, damit du direkt die besten Stellplätze mit deinem Wohnmobil anfahren kannst.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht – oder steckt ihr noch mitten in der Überlegung? Schreibt uns gerne in den Kommentaren. Wir freuen uns über jeden Austausch.

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