Wann ist die beste Reisezeit für Wohnmobilisten 60+

Lesedauer: 7 Minuten

Ganz so einfach lässt sich diese Frage nach der besten Reisezeit für Wohnmobilisten 60+ nicht beantworten. Dazu musst du zunächst Fragen stellen, die du für dich zufriedenstellend beantwortest. Erst dann findest du für dich die beste Reisezeit als Wohnmobilist 60+.

Beantworte dir folgenden Fragekatalog

  • Bist du noch berufstätig, hast du soziale Verpflichtungen oder bist du – wie wir – ehrenamtlich engagiert?
  • Reist du mit Kindern? Und wenn ja, wie alt sind sie?
  • Was bevorzugst du? Sonne, Strand oder Meer? Berge und Natur? Städte und Sehenswürdigkeiten?
    Sind die Sehenswürdigkeiten geöffnet?
  • Bevorzugst du sportliche Aktivitäten, wie z. B. Wassersport, Klettern, Radfahren?
  • Bist du bereit, lange Strecke zu fahren oder bis du ein Slow-Traveller?
    Wieviel Zeit hast du zur Verfügung. (Erinnere dich an die 3-3-3-Regel).
  • Welches Budget steht dir zur Verfügung?
  • Falls du kein eigenes Wohnmobil hast, wie ist die Verfügbarkeit von gemieteten Wohnmobilen?
    Falls du für den Winter planst. Ist das Wohnmobil wintertauglich?

Die Antwort auf die Frage nach der idealen Reisezeit ist höchst individuell

Seniors have fun

Je nach Antwort, fällt die für dich ideale Reisezeit für Wohnmobilisten 60+ und die geplanten Touren und Reiseziele sehr unterschiedlich aus.
Dir im Vorfeld Gedanken über die klimatischen Bedingungen zu machen, ist in jedem Fall sehr hilfreich und hat natürlich einen großen Einfluss auf deine Packliste. Auch wenn das Wetter nicht genau vorhersehbar ist, so sind zum Beispiel monatliche Durchschnittstemperaturen und Niederschlagsmengen ein guter Anhaltspunkt. Je nach deinen persönlichen Vorlieben und der Ausstattung deines Wohnmobils 60+ lassen sich so günstige Reisemonate erschließen.


Es könnte für dich auch hilfreich sein, wenn du über die jährlichen Brückentage informiert bist, um eine möglichst lange Wohnmobiltour genießen zu können. Auch wenn wir Wohnmobilisten 65+ meist nicht mehr berufstätig sind, kann diese Info nützlich sein. Wir bevorzugen in dieser Zeit meist zuhause zu bleiben, denn Stell- und Campingplätze, Sehenswürdigkeiten und Strände sind meist overcrowded – also überlaufen.


Um überfüllte Stell- und Campingplätze zu vermeiden, kann es sehr günstig sein, antizyklisch zu der jeweiligen Saison unterwegs zu sein. Zumal hohe Temperaturen im Wohnmobil schnell sehr unangenehm werden können. So kann es sich zum Beispiel anbieten den Winter und Frühling auf der Iberischen Halbinsel zu verbringen und dich im Hochsommer eher nach Norden zu orientieren.

Rentner, Pensionäre und Wohnmobilisten 60+

Du gehörst sicherlich zu den glücklichen Wohnmobilisten 60+. Dann würde ich dir generell zum Frühjahr und Herbst als Reisezeit raten. Ideal sind die Monate April bis Ende Juni und Mitte September bis Ende November. Als generelle Aussage gilt: Es sind dann ein paar Regentage zu erwarten, doch in der Regel triffst du in Europa auf angenehme Temperaturen.

Du bist in der Nebensaison unterwegs. Auf Stell- und Campingplätze kannst du in der Regel ohne Voranmeldung einen Übernachtungsplatz – oft sogar in der ersten Reihe – ergattern. Die Gebühren sind dann niedriger als in der Hauptsaison. Prüfe gerne das Angebot des Camping-Spezialisten ACSI. Mit der Mitgliedskarte gibt es in der Nebensaison auf vielen Campingplätzen bemerkenswerte Nachlässe.

Die Strände sind dann meist leer, Warteschlangen vor den Sehenswürdigkeiten sind eher selten. Und was besonders erfreulich ist: Du triffst echte Wohnmobilisten 60+ – wie wir es sind. Du triffst auf Gleichgesinnte, die noch das Wohnmobil-Lifetime von früher kennen, die Höflichkeitsregeln des Grüßens und des Sich-gegenseitig-Helfens kennen. Da kann es passieren, dass aus einem Schwätzchen auch gern ein Grillabend mit der einen oder anderen Gerstenkaltschale entsteht.

Wenn es in Nordeuropa in den Wintermonaten eher kühl, verschneit oder verregnet ist, stellt die iberische Halbinsel einen guten Gegenpol dar. Die südliche Küste Spaniens wird nicht zu Unrecht Costa del Sol genannt. In den Spätmonaten (November, Dezember) und den Anfangsmonaten (Januar, Februar, März) liegt die Durchschnittstemperatur bei 10 – 15 Grad und mit 4 – 5 Regentagen im Monat ist sie die trockenste Region Europas. In den Sommermonaten liegt die Durchschnittstemperatur um die 26 Grad und in den Spitzen kann es hier weit über 35 Grad heiß werden. Aber leider zeigt sich in den letzten beiden Jahren, dass es durch den Klimawandel und dem aufgeheizten Mittelmeer zu sehr turbulenten Wetterbedingungen kommen kann. Das sollte nicht nur besonders ängstliche Reisende immer im Hinterkopf behalten.

Aufgrund der grundsätzlich klimatisch günstigen Bedingungen ist die Costa del Sol mit einer hervorragenden Campinginfrastruktur mit zahlreichen Stell- und Campingplätzen ideal nicht nur zum Überwintern. In dieser Hinsicht ist die südliche Region Spaniens noch besser geeignet als Sizilien oder Griechenland.

Wintercamping in Spanien – da sind wir raus.

Überwintern in Spanien

Obschon wir in den vorherigen Abschnitten der Überwinterung an der Costa del Sol das Wort geredet haben, gehören wir definitiv nicht zu den angesprochenen Wohnmobilisten 60+. Wir lieben den Gedanken daran, aber unsere Beziehung zu unseren Kindern ist uns zu wichtig, als dass wir diesem Gedanken nachgeben würden. Hofheim-Lorsbach, unser Heimatort, hat den kleinsten Weihnachtsmarkt der Welt (nach meiner eigenen gewagten Aussage). Im Dezember mit unseren Freunden und Vereinskameraden darüber zu schlendern ist unüberschätzbar. Das Weihnachtsfest mit unseren Kindern gemeinsam zu feiern und den Jahreswechsel eben mit den Nachbarn zu feiern, kann eine noch so großartige – und dennoch fremde – gastfreundlich Reisegegend nicht aufwiegen.

Wir haben das Gefühl vermisst als wir das letzte Jahr, zusammen mit unseren Kindern, dessen Anhang und Freunden, in der Zeit vom 27. Dezember bis zum 05. Januar dieses Jahres in Barcelona waren. Unsere älteste Tochter wollte unbedingt zu Ihrem runden Geburtstag dort feiern. Die Stadt Barcelona ist einfach sehenswert (worüber wir sicherlich später noch berichten werden), das gebotene Rahmenprogramm war sehr gelungen und die Feier war ausgelassen fröhlich. Dennoch haben wir zuhause mehrheitlich festgestellt, dass uns etwas gefehlt hat. Das sind genau die vertrauten Dinge, die ich vorher genannt habe. Da sind die altvertrauten Begegnungen mit den Nachbarn und Freunde „uff de Gass“ wie hier in Hessen gesagt wird und ja, da ist auch das Leuchten des Feuerwerks am Himmel, dass es in Barcelona nur sehr begrenzt zu sehen gibt. Kurz gesagt, das und ein paar andere Dinge haben halt gefehlt.

Fazit

Die wirklich ideale Reisezeit gibt es eigentlich nicht – oder doch?
Wohnmobilreisen sind das ganze Jahr über möglich und empfehlenswert. Entscheidend sind deine Interessen, deine verfügbare Zeit, die persönliche Ausstattung und die Ausstattung deines Wohnmobils. Es ist gewinnbringend, wenn du dir langfristige Wetterprognosen anschaust – denn bei Dauerregen und tiefen Temperaturen wird die Wohnmobilreise schnell zum Albtraum. Mit einer gewissen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit lässt sich fast immer etwas Gutes machen – besonders dann, wenn man sich an die 3-3-3-Regel hält.

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Wie planst du deine Reisezeit?

Hast du eine bevorzugte Reisezeit für deine Wohnmobiltouren? Oder bist du flexibel und folgst dem Wetter? Schreib uns deine Erfahrungen in die Kommentare – wir freuen uns über jeden Austausch mit Gleichgesinnten!

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